Weigela - weigela.de

W E I G E L A ....

...ist ein sehr schöner Strauch, der mit den unterschiedlichsten Blütenfarben aufwarten kann. Es gibt Sorten, die durchaus eine Höhe von bis zu 3 m erreichen können ( Majorie oder Suzanne), andere wiederum erreichen eine Höhe von maximal 1 m ( Cappuccino oder Ruby Queen). Außerdem gibt es interessante Blattverfärbungen. Neben verschiedenen Grüntönen sind die sogenannten Panaschierten durchaus für den Garten sehr attraktiv. Hierzu zählen solche, die weiße oder gelbe Blattränder haben genauso, wie solche, deren Ränder noch leichte Rottöne aufweisen. Schädlinge und Pilzerkrankungen kommen eher selten vor. Die Pflanze bevorzugt fruchtbaren, wasserdurchlässigen Boden. Eine Düngung pro Jahr genügt. Das auslichtende Beschneiden ist ebenfalls in der Regel nur selten, wenn überhaupt  alle paar Jahre nötig.

Krüssmann beschreibt die Weigelien wie folgt:

Sommergrüne, hohe, aufrechte Sträucher, ohne Stolonen, Zweige mit vollem Mark; Blätter gegenständig, kurz gestielt, gesägt, ohne Nebenblätter; Blüten ziemlich groß, einzeln oder zu mehreren, in achselständigen Trugdolden an kurzen Seitentrieben des Vorjahres, weiß, rosa bis rot oder gelblich, Krone groß, trichterförmig-glockig, mit breitem Saum.

Die Gattung Weigela wurde schon vor über 100 Jahren gezüchtet. Eine der ersten Baumschulen waren Lemoine und Billard in Frankreich, die sich ausführlich mit den Weigelien beschäftigten und die ersten züchterischen Ereignisse vorlegten. Die Züchtung begann etwa ab 1870. Bekannt ist unter anderem, dass Rathke etwa 1890 in Praust bei Danzig die Weigela 'Eva Rathke' vorstellte. Insgesamt ist die Aufzeichnung und Dokumentation der Züchtungen sehr dürftig und es liegen keine konkreten Unterlagen der Züchter vor, so dass einiges nur vermutet werden kann.

In den Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft von 1930 wird der Versuch unternommen, die Gattung Weigela und Diervilla zu sichten und entsprechend zuzuordnen. Durch die ungenügende Dokumentation war das Zuordnen und Bestimmen außerordentlich schwer.

Fehlten damals schon Informationen über die Abstammung der einzelnen Sorten (wer wurde mit wen gekreuzt oder welche auslesen fanden statt), so ist es aus heutiger Sicht fast unmöglich ganz konkrete Angaben vorzulegen. Sicherlich können anhand von Samenproben unter einem Elektronenmikroskop bestimmte Aussagen vorgenommen werden, letztliche Aufschlüsse und Sortenbestimmung werden auch die teuere Formen der Bestimmung und Untersuchung nicht bringen.

Was damals schon nachzuvollziehen war, wurde auch veröffentlicht. Im Späthbuch von 1930 werden einige Weigelien ausführlich besprochen und deren wichtigsten Sorten benannt. Hier sei aber erwähnt, dass Späth aus geschäftlichen Gründen bestimmten Pflanzen sehr 'blumige' Namen gab, was durchaus zu Irritationen führen kann. Krüssmann begann mit der Sichtung der Weigelien nach dem Krieg 1958 und legte das Ergebnis in seinem Standardwerk vor. Darin beschreibt er, dass etwa 170 Züchtungen bekannt sind. Diese Zahl dürfte sich unterdessen auf über 200 erhöht haben, da auch heute noch z. B. in Boskoop (Niederlande) Weigelien gezüchtet werden. Weit verbreitet sind aber noch Sprachdopplungen. Sowohl in Europa (Frankreich), als auch in den USA werden für bestimmte Sorten unterschiedliche Namen verwandt.

Im Sprachgebrauch als Weigelie oder auch Maiblumenstrauch bekannt, ist die Popularität der Gattung Weigela ungebrochen. Verschiedene Baumschulen bieten die Gartenhybriden 'Bristol Ruby', 'Newport Red' oder 'Eva Radtke' an und in vielen Parkanlagen stehen diese oder einige andere Gartenformen der Gattung Weigela. Viele Gartenformen der Weigela sind heute nicht mehr in Kultur und wohl für immer verschollen. In einigen älteren Büchern kann man noch nachlesen, dass die Gärtnerei Späth in Berlin - Baumschulenweg im Zweigstandort Ketzin in Brandenburg zeitweilig bis zu 150 Sorten in Kultur hatte. Krüssmann beschreibt 1958 in der Deutschen Baumschule, dass der Bestand nur bis etwa 1943 vorhanden war und durch Mitarbeiter vernichtet wurde. Durch die ständigen Umstrukturierungen der Betriebe und die allgemeine Verstaatlichung privater Gärtnereien in der ehemaligen DDR blieb auch die Fa. Späth nicht verschont. Vieles Material ging verloren oder ist in unbekannte Richtungen verstreut. Vielleicht ergeben sich in Zukunft diesbezüglich verwertbare Informationen, die darüber weitere detaillierte Auskunft geben können.


 

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